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Aus BerlinWiki
Neuberliner ist die wohl gängstige Bezeichnung für alle, die frisch nach Berlin gezogen sind.
Für Neuberliner steht immer die Frage im Vordergrund, wie man mit der Stadt warm wird - das unterscheidet sich etwas von dem rein touristischen Erschliessen der Stadt. Hier gibt es ein paar Tips, was ein Neuberliner im Kopf haben sollte.
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[Bearbeiten] Zuwanderer
Berlin ist jahrhundertelang eine Einwandererstadt gewesen. Auch heute hat nur etwa ein Viertel der Berliner Eltern, die schon in Berlin geboren sind. Es braucht also wirklich keine Generationen, um hier auch gegenüber anderen als "Einheimischer" zu gelten. Und es gibt viele, die nur zum studieren nach Berlin kamen und für immer hier blieben.
[Bearbeiten] Stadtsprache
Die Berliner sind berühmt-berüchtigt für eine ruppig-herzliche Art, die sich in vielfältigen Floskeln der Stadtsprache niederschlägt. Es kann allgemein üblich ohne Vorwarnung zum "Du" übergegangen werden. Die übliche Frageeinleitung ist nicht "Entschuldigung, könnten Sie", sondern "Sagen'se mal, / Sage mal,". Nahezu jeder Neuberliner hat bei der "könnten-Sie" Frage schon als Antwort ein kurzes "Könnte ich schon." bekommen. Gleiches gilt für andere Höflichkeits-Konjunktive.
[Bearbeiten] Stadtführung
Nahezu jeder Neuberliner fragt Freunde, ob diese Tips für eine Stadtführung geben könnten. Nahezu immer kommt als Antwort "Wat willst'n sehen". Der Grund liegt nicht nur in der schieren Größe der Stadt, bei der auch tagelange Erkundung nur einen Bruchteil abdecken können - sondern auch die fehlende Konzentration von Zielpunkten. Selbst die Bezeichung "Zentrum" von Berlin trifft auf mehrere Lagen, so spricht man statt von Stadtzentrum eher vom "Zoo", vom "Alex" oder "Potsdamer Platz".
Aber auch in anderen Fragen kann man immer in mehrere Richtungen verweisen, es gibt drei große Universitäten, mehrere Opernhäuser, dutzende Theater, Museen, Kinokomplexe, hunderte Ausstellungen und mehrere tausend gastronomische Einrichtungen. Fast jeder der bald hundert Stadtteile hat ein eigenes Zentrum, und mehrere unter diesen können locker die Definition eines de:Oberzentrums erfüllen.
[Bearbeiten] Verkehr
Die S-Bahn ist zugleich das älteste und wieder leistungsfähigste Transportmittel, große Teile der Stadt wurden entlang der Bahntrassen angelegt oder durch nachträglich errichtete Bahntrassen erschlossen. Erst in den späteren Jahrzehnten trat die U-Bahn hinzu, viele Linien wurde jedoch erst errichtet, als die Siedlungsstruktur sich schon stabilisierte.
Die Infrastruktur selbst ist vermittels des de:Hobrecht-Plans weitgehend festgelegt worden - in den 1840er Jahren wurde mit einem Rahmplan begonnen, der weit über die damaligen Stadtgrenzen hinausging, und als Berlin in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende 1900 sich im Umfang verzehnfachte (!), blieb die Entwicklung übergeordnet gesteuert. Im Vergleich im anderen Städten sind die Staus im Straßenverkehr gering und der öffentliche Nahverkehr kaum überlastet.
[Bearbeiten] Siedlungsstruktur
Die Ortsangaben in Berlin erfolgen weniger nach den derzeit 12 Großbezirken, sondern beinhalten einen der derzeit 94 Stadtteile. Die Stadtteile haben gar Ortsschilder (gelbe Schrift auf grünem Grund), und Richtungsweiser auf Straßenschildern verwenden die Namen der Stadtteile, ebenso wie die viele S-Bahnhöfe nach dem angrenzenden Stadtteil heissen. Für Neuberliner ist es sinnvoll, zügig die Namen und Lage der Stadtteile zu pauken.
Eine markante Struktur ist der Innenstadtring, der zugleich (halbe) Autobahn und S-Bahnring ist. Innerhalb dieses Rings wohnt gut die Hälfte der Berliner (1,7 Mio). Die Innenstadt wird neben vielen U-Bahnen auch von zwei S-Bahnlinen durchschnitten - der hochliegenden Stadtbahn in Ost-West-Richtung, und dem Nordsüdtunnel. Vom Stadtring gehen dann mehrere Bahnen spinnenartig ab - und die dichteren Besiedlungen folgen großteils entlang dieser Bahnen.
Dazwischen gibt es dann auch immer Bereiche, die nur schwach besiedelt sind, und scheinbar inmitten der Stadt ein kleinstädtische Flair haben, ja teils ländlich wirken. Auf dem Stadtgebiet liegen mehrere große Wälder (sogenannte Stadtforste), sodass man dem "Beton" der Stadt schnell entkommen kann.